Inhaltsverzeichnis
  1. Die Seite Zwei -
    Editorial
  2. Aktuell -
    Blau, blau, blau sind alle meine...
  3. Aktuell -
    Die Chipkarte kommt
  4. Aus nächster Nähe -
    Die neue Nachbarin - Ein Porträt der Verfassungsrichterin Prof. Dr. Gertrude Lübbe-Wolf
  5. Deine Uni und Du -
    Marktwert steigern durch Studiengebühren
  6. Zur Wahl! -
    Geometrie der Macht
  7. Zur Wahl... -
    Wähle lieber ungewöhnlich - zwei Kleinstparteien im Test
  8. Let's talk about Gender -
    Gleichheit, Vielfalt - ja was wollen sie denn nun ?
  9. Marcel Huber quirlt -
    Heute gibt's Risotto
  10. Viel Vergnügen -
    dem Lutz sein Meinung

Editorial

Liebe Leser,

Liebe Leserinnen, Liebe Leser, Ihr haltet die sechste Ausgabe von omni, Eurem unabhängigen Studier-endenmagazin in den Händen. Für Euch eine Selbstverständlichkeit? Als Redaktion freuen wir uns natürlich riesig über die stetig wachsende Anzahl interessierter Leser. Doch selbstverständlich war eine weitere Ausgabe für uns als Redaktion nicht! omni ist das einzige unabhängige Magazin der Karlsruher Studierendenschaft mit politischen und kritischen Inhalten und wurde aus dieser Motivation heraus gegründet. In dieser Motivation besteht aber auch unser größtes Problem, denn als politisches und unabhängiges Studierendenmagazin sind wir, im Gegensatz zu abhängigen Blättern, nicht berechtigt auf Fördergelder der öffentlichen Hand zuzugreifen. Trotz unserer Unabhängigkeit sind wir aber auf finanzielle Unterstützung angewiesen: auf unsere Werbekunden, aber auch Gruppierungen, die eine politische Kultur der Studierendenschaft für fördernswert erachten. So ermöglichte der UStA, der Unabhängige Studierenden Ausschuß, durch sein finanzielles Engagement erst die Geburt von omni. Neben dem UStA unterstützt jetzt auch die ver.di-Jugend unsere Arbeit. Wir möchten die Gelegenheit nutzten, uns bei denjenigen zu bedanken, die mit Ihrem Beitrag unser Magazin ermöglichen.

An dieser Stelle möchten wir erneut Gerüchte dementieren, wir seien die Nachfolger der abhängigen Studierenden-zeitung Ventil oder stünden gar in Konkurrenz zu dieser Zeitung. Dies ist falsch, da wir uns als politisches Hochschulmagazin verstehen. Einer abhängigen Studierendenzeitung dagegen ist politische Meinungsäußerung jedweder Art untersagt. Inhaltlich stellt omni also ein Gegengewicht und keine Konkurrenz zu bestehenden, studentischen Druckmedien dar.

In der 6. Ausgabe geht es ein weiteres mal um das Elend mit den Studiengebühren. Außerdem wird eine Auswahl der Parteien, die im kommenden Herbst den Wähler erfreuen, vorgestellt. Des weiteren findet Ihr altes und neues über Reis, Polizeiautos und Frauen. Die verschiedenen Beiträge sollen unterhalten und informieren, aber auch provozieren. Wer sich durch die ein oder andere Position herausgefordert fühlt, ist gerne eingeladen, in einem Leserbrief dazu Stellung zu nehmen. Auch sind wir jederzeit offen für alle, die Lust haben, aktiv eine Zeitung mitzugestalten. Es freut sich mit Euch über eine weitere Ausgabe,

Euer OMNI- Redaktionsteam

Blau, blau, blau sind alle meine

(cs) Wer kennt es nicht? Ein Volkslied aus Pommern, das auf recht einfache Art einem Beruf eine Uniformfarbe zuordnet: Grün dem Jäger, Schwarz dem Schornsteinfeger und weiß dem Bäcker.

Die Farbe blau kommt traditionell dem Seemann zu, in Zukunft vermutlich auch dem Polizisten. In einer Veröffentlichung des Innenministeriums des Landes Brandenburg vom 18. 03. 2002 (Nr. 033/2002) über die Einrichtung einer eigenen Autobahnpolizei und über die Bestellung von neuen Streifenwagen heißt es unter anderem:

Eine offensichtliche Änderung wird bei der Farbwahl (der Streifenwagen) erfolgen. Statt der bisher bekannten reflexsilber-metallic Lackierung samt milzgrünem Folienbezug wird die Folienfarbe blau die neuen Fahrzeuge als Pilotprojekt im Auftrag der Führungsakademie der Polizei schmücken. Diese Farbwahl erfolgt auch mit Blick auf die europaweit angestrebte Vereinheitlichung der Polizeifarben. Mit dem Blau-Design ist Brandenburg das erste deutsche Bundesland, in dem die neuen Farben zum Einsatz kommen.

Blaue Polizeiautos bald bundesweit? Tatütata.
 

Die Chipkarte kommt!

(cs) Multitasking, Multiprozes-soring, Multiblahblahblub jetzt kommt noch mehr!

Ab nächstem Wintersemester können Studierende, Beschäftigte und Gäste der Fridericiana Essen gehen, Bücher ausleihen und sich in Rechnersysteme einchecken mit nur einem einzigen kleinen Ausweis, nicht größer als eine Kreditkarte: Die FriCard (FridericianaCard) - eine multifunktionale Chipkarte - kommt! (Pressemeldung 045 der Universität Karlsruhe / 29.04.2002 / my)

Die FriCard ist als zukünftiger Studierendenausweis konzipiert, die alles (Unikath 1-02) kann: Sichtausweis, Geldbörse an der Uni, Zutrittskontrolle zu Gebäuden, Rechnerzugang, Bibliotheksausweis, Semesterticket und künftig vielleicht noch mehr. Da bin ich mal gespannt.

Interessant wäre zu wissen, ob die Urheber des Namens FRIcard auf das englische Adjektiv FREE anspielen FRIcard macht frei?). In manchen Printmedien an der Universität Karls-ruhe und im WWW wird darüber sehr kontrovers diskutiert.

Die auf der Karte installierte Technik macht eine zukünftige Kontrolle und Überwachung der Karteninhaber von Seiten der Kartenbetreiber durchaus möglich. Bisherige Stellungnahmen aus der Universitätsverwaltung und -politik schließen das aber noch aus. In diesem Sinne: BE FRI.

Weitere, interessante Informationen zum Thema Chipkarten an Hochschulen findet man im Internet unter http://www.fachschaft.informatik.tu-darmstadt.de/chipkarte/hReader/hReader.html
 

Die neue Nachbarin
Ein Porträt der Verfassungsrichterin Professor Dr. Gertrude Lübbe-Wolff

(ab) Wandert man über den sonnigen Schloßplatz Richtung Westen kommt man zu einem gut beschatteten Gebäude mit merkwürdigen Biestern an den Fenstern. Hinter den dicken Scheiben und doppelten Türen, verschluckt von hellen Teppichen, verschwindet der Lärm der Welt ein bisschen. Um ein lichtes Atrium sind geräumige Büros angeordnet. Hier malochen die VerfassungsrichterInnen. Sie bearbeiten jedes Jahr um die 5.000 Verfahren, haupsächlich Verfassungsbeschwerden, aber auch zum Beipiel Bund-Länder-Streitigkeiten, Verwaltungsprobleme, Völkerrechts-Angelegenheiten und Normenkontrollverfahren.

Mitte März kam Aufruhr in die Runde von fünf Damen und elf Herren: Die Präsidentin Jutta Limbach verließ das Gericht Richtung Goethe-Institut, als Präsident folgte ihr der frühere Vize Hans-Jürgen Papier, Winfried Hassemer übernahm den Vorsitz des 2. Senats. Die Bielefelder Rechtsprofessorin Gertrude Lübbe-Wolff wurde auf die freigewordene Stelle in diesem Senat gewählt. Ich habe die neue Richterin besucht, man will ja schließlich wissen, was in der Nachbarschaft so geht.

Ihr Zimmer ist hübsch hell und holzverschalt, der Schreibtisch vollgestellt mit Gesetzes-Sammlungen und einem Glas Wasser, über dem vollen Regal an der Wand ein Kinderbild. Frau Lübbe-Wolff ist hager und groß, schaut mit klarem Blick in die Welt und schenkt uns erstmal Kaffee ein. Ein paar Plätzchen stehen auf dem Kaffetisch. Mittags ißt sie wenig, ezählt die Richterin, denn zuviel essen, das macht müde.

Wie porträtiert die Journaille Karrierefrauen? Christian Rath bezeichnet Lübbe-Wolff in der taz als praxisnah und doch reflektiert; er scheint auf ihre guten Entscheidungen über grüne Themen zu hoffen. Elisabeth von Thadden beschreibt sie in der ZEIT vor allem als bedächtige Juristin, Mutter und scharfsinnige Ehefrau; die Adjektive schmal aber nicht zerbrechlich, unpathetisch, klar, schön, einleuchtend und schnell tauchen auf. In der Welt wird vor allem ihr Vater Hermann Lübbe als wortmächtiger und bis heute einflussreicher Anwalt einer konservativen SPD herausgestellt.

Mir erscheint sie ein bißchen streng, diese Frau Ende vierzig; streng in der Form, vielleicht wie Bach, ihr Lieblingskomponist. Als Rechtsdogmatikerin hat sie das Bielefelder Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) [1] und dort die Forschungsgruppe Rationale Umweltpolitik-Rationales Umweltrecht geleitet. Dort setzte sie sich sehr konkret mit der Effizienz des Umweltrechts auseinander. In dem Buch Symbolische Umweltpolitik[2] argumentiert sie gegen eine scheinhafte Umweltpolitik, die nur Symbole produziert und keine Fakten schafft. Der Herrschaft der Verfassung zur Geltung zu verhelfen, das möchte sie nun am Bundesverfassungsgericht [3].

Frau Lübbe-Wolff ist Mutter von vier Kindern. Ihnen liess sie viel Freiraum und hat sie dennoch schnell in den Haushalt eingebunden. Ihre Politik der sanften Fernsehrestriktion hatte nicht bei allen ihrer Kinder den gleichen Erfolg. Sie findet es nicht in Ordnung, wenn die künftigen Eliten der Meinung sind, sie könnten ihr Studium und ihre Schulzeit mit Schwänzen und mit lauem Lenz verbringen. und versteht es doch, dass es bei dem wenigen, was in manchen Fächern verlangt wird nicht rational ist, jetzt irgendwo anzufangen rumzubüffeln.

Die Post-68erin Lübbe-Wolff brachte ihr Studium ganz ohne Studiengebührendruck von 1969 bis 1974 ratzfatz hinter sich: In der gerade neugegründeten Reformuniversität Bielefeld, in Freiburg und an der elitären Havard Law School. Die USA erlebte sie als spannend und vielfältig, aber bleiben wollen hätte sie trotzdem nicht. Die europäische Kleinteiligkeit fehlte ihr dort und das sozialstaatliche Element. Rückblickend erinnert sie sich gern an den dort beobachteten partnerschaftlichen Erziehungsstil, der Kindern das Gefühl gibt gebraucht zu werden und nicht in die totale antiautoritäre Diziplinlosigkeit abfällt.

1978 heirateten sie und der Philosophieprofessor Michael Wolff. Die Rechtsreferendarin und der Marxist hatten sich zwei Jahre zuvor bei einem Hegel-Kongress in Lissabon kennengelernt. In dieser Zeit begann sie gerade ihre Promotion, die sie 1980 abschloss. Es folgten Jahre der theoretischen Auseinandersetzung mit Grundrechten, Rechtsphilosophie sowie Rechtsgeschichte und der praktischen Auseinandersetzung mit der Kindererziehung.

Ein Akademikerehepaar mit vier Kindern, das bleibt ersteinmal seßhaft. Nach ihrer Habilitation blieb Frau Professor Lübbe-Wolff also in Bielefeld und gab sich den Praxiskick: Sie wurde Leiterin des Umweltamtes und damit Chefin von 80 Klärwerkern und weiteren 80 Verwaltungsangestellten. Ich hatte damals das Gefühl, jetzt lerne ich das wirkliche Leben kennen. Aus Akademia ging es also zu den bachartigen Fließgewässern, Eisengießereien und Lederverarbeitungsbetrieben der kleinen Großstadt Bielefeld. Sie begegnete behäbigen Verwaltungsangestellten, lokalen Wirtschaftsbossen und ihren Arbeitern: Das hat mich schon sehr beeindruckt zu sehen, unter was für Bedingungen manche Menschen arbeiten müssen. Und als kleines Modell für den großen Staat half die Stadt Bielefeld ihr nebenher bei der Theoriebildung.

Ein Mix von Pragmatik und Dogmatik, der Respekt für die Verwaltung und die hart Arbeitenden prägen das Rechtsdenken der Lübbe-Wolff. 1992 ging sie mit einem Batzen Praxis in der Tasche an die Universität, wo sie am ZiF zum Beispiel über Abgasreduktionstechnik und dessen gesetzliche Festschreibung nachdachte. Als Leiterin des Sachverständigenrats für Umweltfragen [4] nahm sie die Umweltpolitik des Bundes unter die Lupe und argumentierte Anfang des Jahres vielbeachtet gegen die Einführung des Dosenpfands.

Auch als Verfassungsrichterin möchte sie sich umschauen, um grün-tischige Entscheidungen zu vermeiden. Hier ist sie vor allem zuständig für Asylrecht, Staatsangehörigkeitsrecht und Strafvollzugsrecht. Wenn der zuständige Mitarbeiter eingestellt ist, gehts also erst einmal in den Knast.

[1] ZiF Zentrum für interdisziplinäre Forschung http://www.uni-bielefeld.de/ZIF/ZiF/Zentrum/index.html
[2] Bernd Hansjürgens, Gertrude Lübbe-Wolff (2000): Symbolische Umweltpolitik, Suhrkamp.
[3] Bundesverfassungsgericht
[4] Sachverständigenrat für Umweltfragen

 

Marktwert steigern durch Studiengebühren

(ktok) Innerhalb des letzten halben Jahres haben die Technische Universität München (TUM) und das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) ein Konzept zur Einführung allgemeiner Studiengebühren an der TUM entwickelt. Dieses sieht Gebühren ab dem ersten Semester in Höhe von 5000 bis 6000 Euro pro Jahr vor und soll die Studierenden massgeblich an den Kosten ihres Studiums beteiligen. Ziel dabei ist, eine exzellente Lehre für die Elite anzubieten und dabei den Marktwert der TUM (zu) steigern.[1]

Ende letzten Jahres unterbreitete das CHE deutschen Universitäten und Fachhochschulen ein Kooperationsangebot, worin sich der selbsternannte Think Tank bereit erklärte, Hochschulen bei der Erarbeitung eines hochschulspezifischen Modells für Studiengebühren und des Verfahrens zu ihrer Einführung zu unterstützen. [2]

In dem Angebot heisst es weiter: Ein solcher Modellentwurf hätte Pilotcharakter für das deutsche Hochschulsystem und wäre die potenzielle Grundlage für eine tatsächliche Implementierung von Studiengebühren. Und da die Einführung von allgemeinen Studiengebühren eines der Hauptanliegen des CHE ist, scheut man natürlich weder Kosten noch Mühen: Da es sich um ein Pilotprojekt von besonderer Bedeutung für das deutsche Hochschulsystem handelt, bringt das CHE entgegen seiner üblichen Kooperations-modalitäten die Arbeitsleistung unentgeltlich in das Projekt ein.

Motive des CHE
CHE steht für Centrum für Hochschulentwicklung, wurde 1994 von der Bertelsmann-Stiftung und der Hochschulrek-torenkonferenz (HRK) gegründet. Das CHE versteht sich als Reformwerkstatt der deutschen Universitäten, als Denkfabrik und ist vehementer Befürworter allgemeiner Studiengebühren (ab dem ersten Semester, versteht sich).

Die Reformen sollen allesamt auf Marktorientierung, Wettbewerbsorientierung und Konkurrenzfähigkeit der Universitäten herauslaufen - kurzum, man möchte die Institution Universität bzw. Hochschule zum Wirtschaftsunternehmen umbauen. Dies nennt das CHE dann entfesselte Hochschule, die Studiengebühren als Instrument der Preispolitik erheben und mit den Produkten Studienab-schluss und Wissen den zahlungsfähigen Kunden Student befriedigen soll.

Der Kooperationsvertrag
Neben der Technischen Universität München haben auch zwei Fachhochschulen zugesagt und die Universität Hamburg scheint interessiert zu sein, hat aber noch nicht fest zugesagt. Ende Januar hat die TUM einen Kooperationsvertrag mit dem CHE abgeschlossen. Darin heisst es: [..] Um diese Erfolgspotenziale (gemeint sind vorausgegangene Reformen an der TUM, z.B. die - an Aktiengesellschaften orientierte - Einrichtung eines Vorstandes inklusive Aufsichtrat[3]) weiter auszubauen ist ein konsequenter Schritt, als nächstes das Kooperationsangebot des CHE anzunehmen und gemeinsam ein hochschulspezifisches Modell für Studiengebühren auszuarbeiten. [4]

Der Kooperationsvertrag hält auch fest, dass die Inhalte< des Projektes vertraulich behandelt werden sollen, man möchte der Öffentlichkeit vor Fertigstellung des Konzeptes möglichst keine Informationen über die geheimen Pläne geben. So wurde hier also hinter verschlossenen Türen ein Konzept für die Implementierung allgemeiner Studiengebühren erarbeitet, welches nur noch darauf wartet, umgesetzt zu werden Der Öffentlichkeit bekannt wurden dieses Vorhaben erst, als Mitte Mai geheime Strategiepapiere auftauchten. [5]

Das Gebührenmodell
Laut Projektskizze ist die Einführung von Studiengebühren eine Notwendigkeit angesichts der begrenzten staatlichen Mittel. Man muss dabei aber bedenken, dass auch Bayern ein Transrapid-Projekt plant, welches Milliarden verschlingen wird und dessen Nutzen fraglich ist. Somit sind die begrenzten staatlichen Mittel eine Frage der Prioritätensetzung! Und eines ist den Kooperationspartner auch sehr wichtig: das erarbeitete Konzept soll wenn irgend möglich umgesetzt werden und nicht nur ein Sandkasten- oder Gedankenspiel sein.

Die eingenommenen Gebühren sollen dann für die sogenannte exzellente Lehre verwendet werden. Innerhalb dieses Rahmens sollen die Studienbedingungen verbessert werden, aber auch das Gefühl der Zugehörigkeit zur Elite soll geschaffen werden und natürlich werden mit dem Geld auch Marketing- und Werbemaßnahmen finanziert. Zu alledem soll sich zahlungsfähiger Studi durch seine Beiträge auch Sozialleben und Lebensfreude [6] erkaufen können - na bitte, endlich ist auch Glück käuflich !

Gebühren sollen zunächst nur für ausgesuchte Pilotstudiengänge erhoben werden, man denkt dabei an Chemie, Informatik, Maschinenwesen, MBA-Studiengänge und Mathematik.

Aber wer soll sich denn Studiengebühren in Höhe von 5000 bis 6000 Euro pro Jahr [7] leisten können ? Ein spezielles Stipendiensystem soll angeblich die Sozialverträglichkeit gewährleisten. Vorgesehen ist dabei, dass jeder Studierende Anspruch auf ein Stipendium hat. Bei genauerem Hinsehen stellt man aber fest, dass es sich dabei vielmehr um ein verzinsten Darlehen handelt, welches einkommensabhängig zurückgezahlt werden muss. Pro Semester sollen jedem Studierenden 12 000 Euro gewährt werden, damit sollen die Gebühren und ein Teil der recht hohen Lebenshaltungskosten in München bezahlt werden können.

Nach 10 Semestern Studium hätte ein Student dann (je nach Verzinsung) zwischen 150 000 und 200 000 Euro Schulden. Diese Aussicht mag für junge Menschen aus wohlhabenderen Elternhäussern nicht allzu abschreckend sein. Es ist aber wissenschaftlich nachgewiesen, dass Menschen aus ärmeren Verhälnissen vor der Aufnahmen hoher Kredite sehr zurückschrecken. Anzunehmen ist also, dass dieses Modell alles andere als sozialverträglich ist und der Anteil der Studierenden aus der oberen Herkunftsgruppe weiter steigen wird, dafür aber immer weniger Studierende aus Arbeiterfamilien sich ein Studium leisten werden.

Das rettende Gesetz?
Noch kann dieses Gebührenkonzept aufgrund gesetzlicher Rahmenbedingungen nicht durchgeführt werden. Hindernis dabei ist nicht - Ironie des Schicksals -das vor kurzen geänderte Hochschulrahmengesetz (HRG). Letzteres öffnet nämlich gerade in Nordrhein-Westfalen Tür und Tor zur Einführung von Verwaltungsgebühren in Höhe von 50 Euro pro Semester, die zur Konsolidierung des Landeshaushaltes verwendet werden sollen. Das bayrische Landeshochschulgesetz allerdings verbietet Studiengebühren im Erststudium. Nun suchen die Kooperationspartner CHE und TUM eifrig nach Schlupflöchern oder sogenannten Experimentierklauseln.

Bleibt zu hoffen, dass sich selbige nicht finden werden. Es ist aber anzunehmen, dass das erarbeitete Konzept dann nur vorübergehend bei Seite gelegt wird bis die Rechtslage die Umsetzung erlaubt.

Was ist so schlimm daran?
Angesichts solcher Pläne ist es wohl höchste Zeit für bundesweite Streiks und Studierenden-Proteste. Die Einführung von Studiengebühren kann weder im Interesse der Studierende noch im Interesse der Gesellschaft liegen. Denn Bildung ist ein allgemeines Gut und muss somit auch jedem - unabhängig vom Geldbeutel der Eltern - zur Verfügung stehen. Studiengebühren werden aber zu sozialer Selektion und zu einer Zunahme der sozialen Schieflage [8] an den Universitäten führen. Darüber hinaus werden durch die Marktorientierung der Universitäten all diejenigen Studiengänge wegfallen, deren Nachfrage nicht hoch genug ist, um rentabel und effizient zu sein . Dies werden dann zu allererst Disziplinen der Geistes- und Sozialwissenschaften und sogenannte Orchideenfächer sein [9]. Und wer weiss, was mit dem Studium Generale passieren wird. Wofür muss Studi denn überhaupt über seinen Fach-Tellerrand hinausschauen? Und weshalb sollten Studierende kritikfähig sein oder soziale Folgen von z.B. technischen Erfindungen und Innovationen abschätzen können? Alles unnötig und ungewollt in der schönen neuen Bildungs-Welt, wo es keine Bildung, sondern nur noch Ausbildung geben wird, die den Studierenden lediglich das nötige Fachwissen für spätere Jobs beibringen wird.

 

[1] Grundsatzpapier von CHE und TUM www.asta.tu-darmstadt.de/hopo/tum/
[2] Kooperationsangebot von CHE www.che.de/html/kooperationsan gebot.htm
[3] www.berlinonline.de/wissen/ berliner _zeitung/archiv/2000/0427/feuilleton/0005/
[4] Kooperationsvertrag zwischen CHE und TUM www.asta.tu-darmstadt.de/hopo/tum/
[5] die Papiere sind unter www.asta.tu-darmstadt.de/hopo/tum/ zu finden, anschauen lohnt !
[6] Projektskizze www.asta.tu-darmstadt.de/hopo/tum/
[7] die genaue Höhe steht noch nicht fest und soll je nach Studiengang, dessen Nachfrage und dem zu erwartenden Einkommen variieren
[8] vgl. letzte Sozialerhebung des DSW: es ist heute schon eine deutliche soziale Schieflage zu erkennen!
[9] Kürzungen in diesen Bereichen kann man heute schon beobachten.

 
Geometrie der Macht

(df) Dies ist die letzte Ausgabe von omni vor den Bundestagswahlen. Als ein politisches Magazin wollen wir natürlich zum Thema Wahlen auch unser Statement abgeben. Seit Jahrzehnten ist eine allgemeine Tendenz zu beobachten, dass sowohl die Wahlbeteiligung, als auch die Anzahl der relevanten Parteien, die sich zur Wahl stellen, abnimmt. Warum aber sollen wir wählen gehen, wenn fast alle Parteien dasselbe erzählen?

Erschwerend kommt hinzu, dass die wichtigsten Fragen sowieso im Voraus durch Sachzwänge entschieden werden. Es stehen leider keine neuen Ideen zur Wahl, sondern vorgegebene Tatsachen.
Jedes Volk hat die PolitikerInnen, die es verdient
Es ist zu erwähnen, dass die Wahl eines Parlamentes einerseits seine Legitimation bedeutet. Andererseits ist das der Prozess mit dem jeder Einzelne Einfluss auf die Politik nehmen kann, auch wenn er/sie kein Amt ausübt. Diese Aussage scheint altmodisch und allgemein bekannt. Sie ist allerdings die Grundlage der Behauptung, dass jede Person politisch mitwirken und mitgestalten kann und auch sollte. Mensch beobachtet immer häufiger, dass die meisten Parteien sämtliche Aussagen, die nicht entweder allgemeiner Konsens oder Lappalien sind, vermeiden. Es werden lieber gegnerische Vorschläge kritisiert als eigene Alternativen präsentiert. Falls einmal eine Entscheidung getroffen werden muss, geschieht das aus der Not heraus. Es entstehen Argumentationen aufgrund von Standortfragen, wirtschaftlicher Konkurrenzfähigkeit und so weiter. In letzter Zeit ist auch Internationaler Terrorismus als Schlagwort vertreten. Die Parteien vermeiden im Allgemeinen sowohl langfristige Lösungsvorschläge, die man ihnen vorwerfen könnte, als auch extreme Positionen, die WählerInnen abschrecken könnten.

In einem Wort, man hat Politik mit Marketing vertauscht. Es wird reagiert statt agiert. Man beschäftigt sich lieber mit der Haarfarbe des Bundeskanzlers oder springt mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug heraus, als dass man versucht, durch innovative Vorschläge, bzw. klare Bekenntnisse neue WählerInnengruppen zu erschließen.

Aber zu glauben, PolitikerInnen würden sich nur mit solchen Trivialitäten beschäftigen und sich wirklich äußeren Zwängen unterordnen, wäre naiv oder zynisch. Es geht um Macht und es gibt durchaus Unterschiede zwischen den verschiedenen Parteien. Vielmehr muss man die Kritik an die WählerInnen zurückgeben. Parteien inszenieren diese Show, weil sie sich damit erhoffen, gewählt zu werden. Sie tätigen keine Aussagen, da die wählende Bevölkerung diese nicht hören will.

Wenn mensch die marktwirtschaftliche Hypothese vertritt, dass Produkte, die schlecht sind, nicht gekauft werden und deshalb verändert werden müssen, darf man aber nicht in die Situation kommen, dass am Ende keiner die Produkte kauft. Auf die Bundestagswahlen übertragen bedeutet dies, dass es nicht sinnvoll ist, nicht zur Wahl zu gehen, auch wenn mensch keine Partei für wählbar hält. Eine niedrige Wahlbeteiligung kann durchaus als Protestwahl verstanden werden. Sie zwingt aber keinen, eine Verbesserung durchzuführen. Um die Situation zu verbessern, muss mensch eine Partei wählen, die Positionen äußert und auch vertritt, oder selbst eigene vorschlagen.

Der Begriff der Mitte
Beispielhaft soll an dem immer wieder benutzten Begriff der Mitte aufgezeigt werden, dass der politische Kampf tatsächlich stattfindet. Viele Parteien behaupten, sie seien die Mitte: Die CDU ist die bürgerliche Mitte, die SPD die neue Mitte, die FDP die wirtschaftliche Mitte, ach ja und die Grünen sind die linke Mitte. Offensichtlich handelt es sich aber nicht um dieselben Mitten. Soviel steht fest: Es gibt nur eine einzige Mitte.

Wieso also wollen alle Mitte sein und was ist das eigentlich? Die Mitte ist eben dieser Zustand, wo keine Aussage gemacht und keine Position eingenommen werden muss. Die Mehrheit der Menschen hat Angst, für etwas Konkretes zu stimmen und wählt daher massiv etwas, das nichts aussagt. Kein Wunder, dass Parteien diese gemütlichen WählerInnen gewinnen wollen. Allein die Unterschiede in den oben genannten Differenzierungen zeigen, dass die von den Parteien als Mitte definierten eben nicht die Mitte sind, sondern dass mittels dieser Rhetorik versucht wird, WählerInnen in eine bestimmte Ecke zu drängen.

Die totale Liberalisierung
In den nächsten Jahren soll voraussichtlich eine Liberalisierung von vielen bis dahin staatlichen Sektoren stattfinden. Dies soll eine Entlastung des Staatshaushaltes herbeiführen. Es gibt mehrere Probleme, die damit verbunden sind.

Erstens, wenn eine Aktivität nicht mehr in staatlichen Händen liegt, untersteht sie auch keiner demokratischen Kontrolle mehr. Im Falle der Krankenkassen darf die Gesellschaft nicht mehr entscheiden, ob eine bestimmte Krankheit gemeinschaftlich oder privat getra-gen werden soll.

Zweitens, kann ein Problem wie z.B. in Baden Baden entstehen. Nämlich, dass eine private Kultureinrichtung eröffnet wird, der Privatinvestor verdient das erwirtschaftete Geld, was bis dahin auch in Ordnung ist. Allerdings stellt mensch auf einmal fest, dass diese Einrichtung nicht tragbar ist. Nun springt der Staat, in diesem Fall die Stadt, für anfallende Kosten ein. Dies widerspricht den von der Politik vertretenen Marktwirtschaftsgedanken.

Als dritter Problempunkt sind Institutionen anzuführen, die nicht marktwirtschaftlich arbeiten können. Eine Liberalisierung in entsprechenden Bereichen führt zu einer Aufgabe der solidarischen Finanzierung. Am Beispiel der schon erwähnten Krankenkassen wird klar, dass eine Absicherung aller Bürger, auch der finanziell und damit sozial schwächer gestellten, nur durch staatliche Unterstützung funktionieren kann. Derjenige, der mehr Geld hat oder seltener krank wird, finanziert den anderen mit. Dieses System kann nur durch staatliche Mittel getragen werden.

Zuletzt ergibt sich der Effekt, dass zwar bestimmte Bereiche liberalisiert werden können, weil die Hauptbetroffenen sich nicht wehren oder nicht einigen, wie häufig unter Studierenden.

Wieso diskutiert eigentlich niemand darüber, Autobahnen, Müllentsorgung, u.a. zu liberalisieren? Wieso soll eigentlich nicht eine Firma oder ein Mensch, der einen Brand verursacht, die Feuerwehrkosten bezahlen? Warum erhalten nicht diejenigen, die nach mehr Polizei verlangen, die Rechnung?

Wer nicht wählt, wählt den Gewinner
Bei einer Wahl muss mensch sich für eine Richtung entscheiden. Sie muss ermöglichen, dass die Bürger, die von dieser Politik betroffen werden, und nicht die, die einen bestimmten Pass besitzen, auch die Möglichkeit haben, zwischen verschiedenen Alternativen zu wählen. Wo es keine Alternativen gibt, müssen welche geschaffen werden.

Damit so ein System funktionieren kann, müssen die Menschen daran teilnehmen. Sie sind aufgefordert, sich zu informieren und die Lage zumindest teilweise zu überschauen und zu verstehen. Eine Wahl besteht nicht nur darin, einen Papierzettel in einen Kasten zu werfen, sondern es ist eine Entscheidung zwischen verschiedenen Gesellschaftsmodellen. Es ist nicht die Einstellung einer Person, die alle Probleme lösen wird, sondern die Beauftragung, eine bestimmte Politik durchzuführen.

Deshalb wählt, was ihr für richtig erachtet, aber geht wählen!
 

Wähle lieber ungewöhnlich - zwei Kleinstparteien im Test

(sd) Wahlen können unglaublich langweilig sein. Man wählt die eine Partei oder die andere Partei und am Ende haben dann alle gewonnen. Manchmal gibt es sogar einen Regierungswechsel, aber schließlich ändert sich doch nichts, weil die Linken dann auf einmal die Rechten und die Rechten noch viel mehr rechts sind. Jetzt steht die Bundestagswahl vor der Tür und auch die Presse muss ihren Beitrag leisten, um der Politikverdrossenheit Einhalt zu gebieten.

Deshalb hat omni zwei der zahlreich vorhandenen Splitterparteien getestet und präsentiert die Ergebnisse in der Hoffnung, dass sie den einen oder anderen doch noch an die Wahlurne locken.

Naturgesetz Partei (www.naturgesetzpartei.de)
Programm: Wer das Programm der Naturgesetz Partei nur überfliegt, wird zu der Überzeugung gelangen, dass sich die darin formulierten Ziele (Saubere Umwelt, mehr Sicherheit, Verbesserung des Gesundheitswesens, Sanierung des Finanzhaushaltes, usw.) nicht wirklich von denen anderer Parteien unterscheiden.

Wie so oft steckt aber auch hier der Teufel im Detail, denn wahrhaft revolutionär sind nicht die Ziele an sich, sondern die Methoden, mit denen die Naturgesetz Partei diese verwirklichen will: Gefordert wird die Bildung einer Allparteien-Regierung aus den fähigsten Köpfen, damit endlich Schluß ist mit der feindseligen Atmosphäre der Oppositionspolitik.

Die Politik dieser Regierung hat sich zu orientieren am NATURGESETZ, das die Gesetzmäßigkeiten für das Funktionieren des gesamten Universums enthält. Unterstützt werden soll sie durch 7000 sogenannte Yogische Flieger, die durch Ausüben der Transzendentalen Meditation das Ursprungsfeld des menschlichen Bewusstseins stimulieren, was dazu führt, dass sich spontan, in einem Selbstordnungsprozess, Ordnung und Harmonie in der Bundesrepublik zu entfalten beginnen (Maharishi-Effekt).

Positiva:
Die menschliche Vorstellungskraft reicht nicht aus, um sich die unzähligen Segnungen einer NATURGESETZ-Politik auszumalen. Um dem geneigten Leser dennoch eine Vorstellung von den Vorteilen zu vermitteln und gleichzeitig aufzuzeigen, warum die Maßnahmen der anderen Parteien so völlig unzureichend sind, werde ich hier nur eines der vielen politischen Felder ausleuchten, die die Naturgesetz Partei beackern möchte: Den Wohnungs- und Städtebau.

Dieser krankt auch heute noch daran - wer hätte es vermutet -, dass man sich bisher nicht um diejenigen Naturgesetze gekümmert hat, die dem Leben in einem Gebäude oder in einer Stadt zugrunde liegen. Wie wissenschaftliche Studien zeigen, hat dies ernste Konsequenzen: Wenn Menschen in Gebäuden leben und arbeiten, die fehlerhaft ausgerichtet sind oder falsche Proportionen aufweisen, werden die Aktivitätsmuster der Neuronen falsch im Gehirn verankert. Dies kann zu Angstzuständen, Krankheit, Mangel an Kreativität, Fehlschlägen im Berufs- oder Familienleben, asozialem oder sogar kriminellen Verhalten führen.

Weil die Naturgesetz Partei in ihrem Programm diese Gefahren der modernen Städteplanung berücksichtigt, löst sich unter ihrer Regierung alles in Wohlgefallen auf und die Menschen sind kreativer, glücklicher und gesünder, wacher und erfrischter und was man sich sonst noch alles wünschen mag. So einfach kann Politik sein.

Negativa:
In Insiderkreisen kursiert seit längerem das Gerücht, yogisches Fliegen führe langfristig zu einer Lösung der Verankerung der Neuronen im Gehirn.

Gesamturteil:
Deshalb hat omni zwei der zahlreich vorhandenen Splitterparteien getestet und präsentiert die Ergebnisse in der Hoffnung, dass sie den einen oder anderen doch noch an die Wahlurne locken.

 

Naturgesetz Partei (www.naturgesetzpartei.de)
Programm: Wer das Programm der Naturgesetz Partei nur überfliegt, wird zu der Überzeugung gelangen, dass sich die darin formulierten Ziele (Saubere Umwelt, mehr Sicherheit, Verbesserung des Gesundheitswesens, Sanierung des Finanzhaushaltes, usw.) nicht wirklich von denen anderer Parteien unterscheiden. Wie so oft steckt aber auch hier der Teufel im Detail, denn wahrhaft revolutionär sind nicht die Ziele an sich, sondern die Methoden, mit denen die Naturgesetz Partei diese verwirklichen will: Gefordert wird die Bildung einer Allparteien-Regierung aus den fähigsten Köpfen, damit endlich Schluß ist mit der feindseligen Atmosphäre der Oppositionspolitik. Die Politik dieser Regierung hat sich zu orientieren am NATURGESETZ, das die Gesetzmäßigkeiten für das Funktionieren des gesamten Universums enthält. Unterstützt werden soll sie durch 7000 sogenannte Yogische Flieger, die durch Ausüben der Transzendentalen Meditation das Ursprungsfeld des menschlichen Bewusstseins stimulieren, was dazu führt, dass sich spontan, in einem Selbstordnungsprozess, Ordnung und Harmonie in der Bundesrepublik zu entfalten beginnen (Maharishi-Effekt). Positiva: Die menschliche Vorstellungskraft reicht nicht aus, um sich die unzähligen Segnungen einer NATURGESETZ-Politik auszumalen. Um dem geneigten Leser dennoch eine Vorstellung von den Vorteilen zu vermitteln und gleichzeitig aufzuzeigen, warum die Maßnahmen der anderen Parteien so völlig unzureichend sind, werde ich hier nur eines der vielen politischen Felder ausleuchten, die die Naturgesetz Partei beackern möchte: Den Wohnungs- und Städtebau. Dieser krankt auch heute noch daran - wer hätte es vermutet -, dass man sich bisher nicht um diejenigen Naturgesetze gekümmert hat, die dem Leben in einem Gebäude oder in einer Stadt zugrunde liegen. Wie wissenschaftliche Studien zeigen, hat dies ernste Konsequenzen: Wenn Menschen in Gebäuden leben und arbeiten, die fehlerhaft ausgerichtet sind oder falsche Proportionen aufweisen, werden die Aktivitätsmuster der Neuronen falsch im Gehirn verankert. Dies kann zu Angstzuständen, Krankheit, Mangel an Kreativität, Fehlschlägen im Berufs- oder Familienleben, asozialem oder sogar kriminellen Verhalten führen. Weil die Naturgesetz Partei in ihrem Programm diese Gefahren der modernen Städteplanung berücksichtigt, löst sich unter ihrer Regierung alles in Wohlgefallen auf und die Menschen sind kreativer, glücklicher und gesünder, wacher und erfrischter und was man sich sonst noch alles wünschen mag. So einfach kann Politik sein. Negativa: In Insiderkreisen kursiert seit längerem das Gerücht, yogisches Fliegen führe langfristig zu einer Lösung der Verankerung der Neuronen im Gehirn. Gesamturteil: Einfach transzendental! Bayernpartei (www.bayernpartei.de) Programm:Das Grundsatzprogramm der Bayernpartei findet sich nicht auf deren Homepage, sondern muss per Post angefordert werden (Versandkosten: 1,50 Euro). Da wir selbstverständlich alle Kosten und Mühen scheuen, um unsere Leser zu informieren, können wir an dieser Stelle nur das im September 2000 verabschiedete Kommunalprogramm der Partei wiedergeben. Es umfasst die folgenden Punkte: 1. Erleichterung des Betriebs von Kläranlagen in kleinen Ortschaften 2. Die Nicht-Privatisierung der Trinkwasserversorgung 3. Erhaltung der sieben Regierungsbezirke in Bayern 4. Ausdehnung der kommunalen Selbstverwaltung 5. Mehr Gelder für Dorferneuerung und Städtebauförderung Positiva: Zugegebenermaßen könnte es auf den ersten Blick so scheinen, als wäre die Bayernpartei ausschließlich für Betreiber von Kläranlagen in kleinen Ortschaften und militante Verfechter der Erhaltung der sieben bayerischen Regierungsbezirke attraktiv. Dass dem nicht so ist und die Partei durchaus das Potential hat, Massen zu begeistern, lässt sich auf ihren Internetseiten nachlesen. Dort sind ihre spektakulären Erfolge verewigt, wie z. B. unlängst bei der Kommunalwahl in Waldkir-chen, wo die Bayernpartei satte 17,89 % (!) einfuhr und damit zur drittstärksten Fraktion im Stadtrat wurde. Negativa: Vorsicht: Je nach Ausgang der Wahl könnte sich die Bayernpartei als bundespolitische Eintagsfliege erweisen! Sollte sie im September eine Zweidrittelmehrheit erringen, wird sie mit ziemlicher Sicherheit die Errichtung eines souveränen bayerischen Staates durchsetzen und danach den Bundestag verlassen. Millionen Wähler aus dem nicht-bayerischen Teil Deutschlands würden dadurch mit einem Schlag ihrer politischen Heimat beraubt. Deshalb ist die Bayernpartei für Wähler, die sich und ihre Stimme langfristig an eine politische Kraft binden wollen, nur bedingt empfehlenswert. Gesamturteil: Hemdsärmelige Draufgänger, die es gerne krachledern und zünftig mögen, finden hier ihr politisches Sprachrohr. Alle anderen, besonders die zart besaiteten Stimmberechtigten, sollten sich vielleicht doch lieber nach Alternativen umschauen. Einfach transzendental! Bayernpartei (www.bayernpartei.de) Programm:Das Grundsatzprogramm der Bayernpartei findet sich nicht auf deren Homepage, sondern muss per Post angefordert werden (Versandkosten: 1,50 Euro). Da wir selbstverständlich alle Kosten und Mühen scheuen, um unsere Leser zu informieren, können wir an dieser Stelle nur das im September 2000 verabschiedete Kommunalprogramm der Partei wiedergeben. Es umfasst die folgenden Punkte: 1. Erleichterung des Betriebs von Kläranlagen in kleinen Ortschaften 2. Die Nicht-Privatisierung der Trinkwasserversorgung 3. Erhaltung der sieben Regierungsbezirke in Bayern 4. Ausdehnung der kommunalen Selbstverwaltung 5. Mehr Gelder für Dorferneuerung und Städtebauförderung
Positiva:
Zugegebenermaßen könnte es auf den ersten Blick so scheinen, als wäre die Bayernpartei ausschließlich für Betreiber von Kläranlagen in kleinen Ortschaften und militante Verfechter der Erhaltung der sieben bayerischen Regierungsbezirke attraktiv. Dass dem nicht so ist und die Partei durchaus das Potential hat, Massen zu begeistern, lässt sich auf ihren Internetseiten nachlesen. Dort sind ihre spektakulären Erfolge verewigt, wie z. B. unlängst bei der Kommunalwahl in Waldkir-chen, wo die Bayernpartei satte 17,89 % (!) einfuhr und damit zur drittstärksten Fraktion im Stadtrat wurde.
Negativa:
Vorsicht: Je nach Ausgang der Wahl könnte sich die Bayernpartei als bundespolitische Eintagsfliege erweisen! Sollte sie im September eine Zweidrittelmehrheit erringen, wird sie mit ziemlicher Sicherheit die Errichtung eines souveränen bayerischen Staates durchsetzen und danach den Bundestag verlassen. Millionen Wähler aus dem nicht-bayerischen Teil Deutschlands würden dadurch mit einem Schlag ihrer politischen Heimat beraubt. Deshalb ist die Bayernpartei für Wähler, die sich und ihre Stimme langfristig an eine politische Kraft binden wollen, nur bedingt empfehlenswert.
Gesamturteil:
Hemdsärmelige Draufgänger, die es gerne krachledern und zünftig mögen, finden hier ihr politisches Sprachrohr. Alle anderen, besonders die zart besaiteten Stimmberechtigten, sollten sich vielleicht doch lieber nach Alternativen umschauen.
 
Gleichheit, Vielfalt - ja was wollen sie denn nun?

(mr, cf) Die Gleichstellung von Mann und Frau ist vollzogen. Die Emanzipationsbewegung hat ihr Ziel erreicht - wenigstens auf dem Papier. Wenigstens in Europa, wo seit den 90er Jahren endlich alle Frauen wählen dürfen. Nimmt man die Landbevölkerung einmal aus, findet sich heute vor allem im Bereich der Erwerbsarbeit eine generelle Akzeptanz für die Gleichbehandlung der Frau - zumindest während der Ausbildungsphase. Unter Studierenden dürfen Frauen in allen Bereichen gleichberechtigt mitreden wenn sie anwesend sind.

Aber warum sind sie denn nicht da? Sie dürfen doch jetzt, sie dürfen nicht nur studieren, und das bereits seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, sie dürfen inzwischen sogar lehren und haben in quotierten Gremien gewissermaßen eine Anwesenheitspflicht. Seit ein paar Semestern tauchen Frauen geradezu massenhaft auf hier in Karlsruhe, wenn auch nicht in besagten Gremien - und nicht in den technischen Studiengängen. Hier muss Mann sich nach wie vor den Hals verrenken, um einen Blick auf Sie zu erhaschen, die eine Schöne unter all den Biestern in seinem Jahrgang. Ihr verzeiht er denn auch die mangelnde fachliche Kompetenz. Zugegeben - sie kriegt das mit den Übungsblättern und Klausuren ganz gut hin - aber das ist reines Glück. Spätestens im Praktikum wird sich herausstellen, dass sie in technischen Fragen keine Ahnung hat und eigentlich nur herumsteht, um die männlichen Kollegen von der Arbeit abzulenken, aber das lässt Mann sich ja gerne gefallen.

Kaum einer würde solche Ansichten öffentlich vertreten, viele werden sie entrüstet als dämliche Vorurteile von sich weisen. Allein, niemand kann leugnen, dass in etlichen Köpfen, männlichen wie weiblichen, noch das chauvinistische Gedankengut von vorgestern herumspukt. Nicht in meinem Bekanntenkreis und in deinem natürlich auch nicht, aber hey, ich hab da neulich eine Story gehört: Bei den Elektrotechnikern soll es einen Professor geben, der begrüßt immer nur die männlichen Studenten, obwohl auch ein paar Frauen in der Vorlesung sitzen - sogar ganz vorne - die sind ja so fleißig. Und eines schönen Tages wollen die Studenten ihren Chef mal auf die Probe stellen und bleiben der Vorlesung fern. Die Studentinnen setzen sich wie gewohnt in die erste Reihe, um zu erleben wie der Herr verdutzt in die Runde schaut und meint: Oh, niemand da, dann fällt die Veranstaltung wohl heute aus.

Aber keine Angst. Niemand will hier behaupten, dass solche Blüten männlicher Überheblichkeit alleine dafür verantwortlich sind, dass es an technischen Hochschulen zum Leidwesen aller so wenig weiblichen Zierrat gibt. Die Frauen sind selbst schuld. Jawohl, sie leiden in erster Linie an sich selbst. Sie sind so schrecklich bescheiden und vorsichtig. Überängstlich vermeiden sie es, technische Geräte auch nur zu berühren, es könnte ja wer weiß was dabei schief gehen. Und außerdem sind sie so schrecklich konfliktscheu. Um den lieben Frieden zu wahren, verleugnen sie ihre eigenen Interessen bis zur Selbstaufgabe. Im Zweifelsfall machen sie um klassische Männerdomänen einen Bogen, denn sie scheuen die Konfrontation.

Und all diese Unarten sind natürlich angeboren. Oder? Zweifellos gibt es gewisse biologische Unterschiede. Frauen besitzen in der Regel eine Gebärmutter und sind damit für die Produktion von Nachwuchs prädestiniert. Männer neigen generell zu höheren Testosteronwerten und damit zu kräftigeren Muskeln und einem erhöhten Potential für Aggressionen. Diese Dinge mögen dazu beigetragen haben, dass Frauen in den meisten Kulturen in die Rolle des schutzbedürftigen, rechtlosen Muttertieres gedrängt worden sind.

Aber wer will ernsthaft behaupten, dass Hormone ausschlaggebend für unsere Intelligenz, für die Fähigkeit zu abstraktem Denken oder gar für die Ausbildung unserer persönlichen Interessen verantwortlich sind? Es ist doch heute allgemein bekannt, dass die Entwicklung des Gehirns stark von äußeren Faktoren beeinflusst wird. Intelligenz mag zwar genetisch angelegt sein, in ihrer Ausprägung kann sie aber schon im Säuglingsalter gefördert oder unterdrückt werden. Und sollte so etwas wie ein Technik-Gen existieren, so liegt es bestimmt nicht auf dem y-Chromosom. In einer Welt, die alles andere als frei ist von diskriminierenden Rollenmustern und Vorurteilen, kann nicht davon ausgegangen werden, dass Heranwachsende sich bei der Entwicklung ihrer Fähigkeiten und Vorlieben nicht von traditionellen Vorgaben leiten lassen. Damit fehlt der Behauptung, Frauen seien von Natur nicht an technischen Fächern interessiert, die empirische Basis.

Studien über die Entstehung geschlechtsspezifischer Verhaltensmuster haben gezeigt, dass Heranwachsende aufgrund bestehender gesellschaftlicher Normen allmählich in die ihnen zugedachte Männer- oder Frauenrolle gedrängt werden. Erst zu Beginn der Pubertät machen sich die entsprechenden Verhaltensmuster bemerkbar. Aufgrund ihrer eigenen Sozialisation sorgt nun das Lehrpersonal dafür, bestehende Rollenklischees zu festigen. So ließ sich zeigen, dass Mädchen im Mathematikunterricht signifikant weniger Aufmerksamkeit erfahren und seltener für ihre Leistungen gelobt werden. Auch die strukturelle Gewalt der Sprache trägt dazu bei, dass Mädchen sich passiv in ihre Rolle fügen. So hat man nachgewiesen, dass Kinder selbst dann, wenn sie wissen, dass ein bestimmter Begriff beide Geschlechter einschließt meistens an einen männlichen Akteur denken, was dazu führt, dass Mädchen selbst bei akutem Handlungsbedarf lieber warten, ob nicht ein Knabe die Sache übernehmen will. Die Mechanismen, die zur Ausbildung solcher sozialen Geschlechtsmerkmale führen, werden selten bewusst wahrgenommen. Das führt dazu, dass Männer wie Frauen dazu neigen, die etablierten Rollenbilder als etwas Naturgegebenes zu akzeptieren.

Auch in der feministischen Debatte wird vielfach die Position vertreten, dass die Unterschiede zwischen den Geschlechtern erhalten bleiben müssen - seien sie nun biologisch oder kulturell erworben -, gefordert wird eine gesellschaftliche Gleichbewertung weiblicher Fähigkeiten und Traditionen. Ein anderes Konzept fordert die Dekonstruktion aller gesellschaftlich bedingter Geschlechtsmerkmale und will so den Frauen den Weg in männlich dominierte (Macht-)Positionen ebnen. Es ist in der Geschlechterdebatte zu vielen Missverständnissen und Kurzschlüssen gekommen. Viele Männer und Frauen scheren alle feministischen Bewegungen über einen Kamm, fühlen sich von - im Aussterben begriffenen - Kampfemanzen bedroht oder halten die gesamte Problematik für abgeschlossen, weil doch längst alle notwendigen Gesetze erlassen sind. Sie übersehen, dass in vielen Bereichen nach wie vor keine Chancengleichheit herrscht und fühlen sich durch gesetzliche Maßnahmen zur Gleichstellung der noch unterlegenen Frau benachteiligt.

Auch wenn es theoretisch möglich wäre, die sozial bedingten Geschlechts-unterschiede abzubauen sie sind noch da. Die Nichtwahrnehmung etablierter Ungleichheiten bildet eine gefährliche Hürde für Gleichstellungsmaßnahmen. Gleichheit wird zur Bedingung für Gleichstellung. Und liegt es in der Natur der Sache, dass Emanzipation so schrecklich einseitig betrieben wird? In erster Linie wird daran gearbeitet, die Frau für Männerberufe fit zu machen. Die in jahrhundertelanger Unterdrückung gewachsenen, weiblichen Eigenarten werden undifferenziert und ohne weiteres Nachdenken abgestreift, könnten sie die aufstrebende Karrieristin doch daran hindern, im Job ihren Mann zu stehen.

Wie wäre es wenn Mann sich zur Abwechslung einmal an klassisch femininen Attributen orientierte? Kaum jemand fordert die Öffnung traditionell weiblicher Domänen für die Männerwelt. Diese eingleisig betriebene Emanzipation muss zum gesellschaftlichen Kollaps führen, denn wer wird all die gar nicht oder schlecht bezahlte Arbeit verrichten, wenn Frauen sich sämtlich in wichtigen und hochrespektierten Positionen tummeln? Vielleicht wäre es ratsam, erst einmal die traditionell von Frauen übernommenen Aufgaben aufzuwerten, und die gesellschaftliche Akzeptanz für Männer zu erhöhen, die bereit sind, eine Frauenrolle zu spielen.

In der heutigen Realität haben die meisten Frauen, die sich beruflich verwirklichen wollen, zusätzlich für Haushalt, Kinderbetreuung und Altenpflege zu sorgen. Wer einer solchen Mehrfachbelastung nicht standhält kann diese Aufgaben entweder an Lohnarbeiterinnen weiterleiten, oder muss auf die Gründung einer Familie verzichten. Eine gerechte Verteilung aller gesellschaftlichen Aufgaben zwischen Männern und Frauen wird von Angehörigen beider Geschlechter sabotiert. Solange die klassischen Rollenmuster nicht aufgedeckt und durchbrochen werden, bleibt Gerechtigkeit nur ein Wort.

Literatur:
1) Suzanne Franks (1999): Das Märchen von der Gleichheit. Frauen, Männer und die Zukunft der Arbeit.Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt GmbH
2) Prof. Dr. phil. Hans-Christoph Graf v. Nayhauss (Hg.), Dr. Franz Förschner (Hg.) (35/1995) : karlsruher pädagogische beiträge. Bildung durch Emanzipation. Karlsruhe und seine Bedeutung für die Mödchen und Frauenbildung: Pädagogische Hochschule Karlsruhe
3) Britta Noeske (Hg.), Gabriele Röhrer (Hg.) (1973): Werkkreis Literatur der Arbeitswelt. Liebe Kollegin. Frankfurt a. Main: Fischer Taschenbuchverlag GmbH
4) Ralf Puchert, Stephan Höyng (2000): Die Ausbremser. Wie Männer die Gleichstellung verhindern. Zürich: Kreuz Verlag Zürich

 
Heute gibt´s Risotto

(mh) Nachdem bisher Rezepte von allen möglichen Ländern vertreten waren, folgt nun eine italienische Spezialität. Hierzulande findet man sie nur selten auf der Speisekarte. Dabei ist sie äußerst köstlich und vor allem zügig zuzubereiten. Wir kochen nun als Alternative zur Mensa ein Risotto.

Die jeweilige Köchin, bzw. der jeweilige Koch benötigt dazu vier Dinge: Risotto - Reis, heiße Flüssigkeit, einen guten Kochlöffel und eine halbe Stunde Geduld. Dieser schlaue Satz stammt aus einem Kochbuch und ist zutreffend, sonst hätte ich ihn nicht erwähnt. Ähnlich wie bei den Tortillas gibt es hierbei eine freie Wahl an Zutaten. Ich stelle Euch meine Lieblingsvariante vor, die allerdings nicht für Vegetarier geeignet ist. Diese haben die Möglichkeit, das Fleisch beim Metzger liegen zu lassen und durch eine dritte Pflanzenart zu ergänzen oder es bei den beiden Zutaten zu belassen. Mit den Mengen müßt Ihr selbst variieren, da diese stark vom Appetit abhängen. In dem eben genannten Kochbuch wird geschrieben, dass bei einer Hauptmahlzeit pro Person 50 g Reis benötigt werden. Diese Menge kommt mir zu gering vor, ich würde auf etwa 80 g erhöhen. Weiter muss man die dreifache Einheit an heißem Wasser bereitstellen. Für vier Personen sollte man folgendes einkaufen:

  • 300 g Risottoreis / Rundkornreis
  • 2 - 3 Zucchini, je nach Größe
  • 300 g Champignons
  • 1 - 2 Zwiebel
  • 500 g Hühnerbrust
  • Weißwein
  • Hühnerbrühe
  • Salz, Pfeffer
  • Olivenöl
  • Parmesankäse
In einem großen Kochtopf etwas Olivenöl erhitzen und die kleingehackten Zwiebeln darin andünsten, dabei leicht salzen und pfeffern. Wenn unbedingt erwünscht, kann man auch Knoblauch hinzufügen. Sobald die Zwiebeln glasig werden den Reis dazugeben, diesen davor auf keinen Fall waschen, und solange weiterbruzzeln bis Ihr schwarz werdet. Vielleicht minimal früher aufhören und den Reis nur leicht anbräunen lassen. Das Ganze mit Wein ablöschen, wenn Ihr das Risotto würziger haben wollt. Falls kein Alkohol an diese Speise gefügt werden soll, dann nehmt nur Wasser. Dabei bitte beachten, dass die Flüssigkeit nach und nach beigegeben wird. Bei zwei Tassen Reis schüttet Ihr zuerst zwei Tassen Wasser dazu.

Wenn diese aufgesogen oder verkocht sind, die nächste Fuhre nachgießen und dies ein drittes Mal. Daher auch die dreifache Menge Flüssigkeit, die dann dreigeteilt wird. Bei einer Portion löst Ihr bitte einen sehr gut gehäuften Teelöffel Hühnerbrühe in einer Tasse auf, da Wasser einen sehr geringen Eigengeschmack hat. Dies ist eigentlich die Grundzubereitung eines Risotto, die man je nach Belieben verfeinern kann. Während dieses ganzen Verfahrens mit dem guten Kochlöffel rühren, so dass nichts anhängt und doch noch schwarz wird. Der Reis sollte die Flüssigkeit komplett aufnehmen.

Nun gelangen wir zum Erweiter-ungslevel und dürfen den Reisbrei aufmotzen, wobei die Grundvariante schon prima zu genießen ist. Als Aufstockung dienen Gemüse und Fleisch. Die Zucchini waschen und in Scheiben schneiden, nicht zu dick, da sie ansonsten nicht gar werden. Vor dem Zubereiten unbedingt ein Stückchen probieren, ob die Zucchini nicht bitter sind, denn damit kann man das komplette Essen versauen. Die Champignons abreiben und schwarze Stellen entfernen, danach in Viertel oder Achtel zerkleinern. Die Hühnerbrust abwaschen, trocken tupfen und in Streifen zerschnippeln. Die pflanzlichen Produkte entweder kurz scharf anbraten oder direkt in das Risotto geben. Falls das Gemüse im Risotto garen soll, müßt Ihr ihm dazu eine Chance geben, also nicht zu spät hinzufügen. Ungefähr mit der zweiten Wassereinheit beigeben. Die Tierware auf jeden Fall schmoren und extra würzen, mit Salz, Pfeffer und etwas Curry oder auch anderen Gewürzen eurer Wahl. Alles zusammen unter die Reismasse heben und garen lassen, dabei immer wieder rühren, zuletzt abschmecken. Der Sud sollte jetzt aufgesogen oder verdampft sein und die Beigaben durch sein. Das Gericht hat eine matschige, leicht zähe Konsistenz, auf keinen Fall flüssig. Wenn das Kochen überstanden ist, das Risotto auf einem großen Teller anrichten und etwas ausbreiten, damit es abkühlen kann. Mit Parmesankäse bestreuen und frischen Kräutern garnieren.

Als Vorspeise passt dazu ein insalata caprese, was nichts anderes bedeutet, als abwechselnd Tomaten - mit Mozzarellascheiben nebeneinander auf einem Teller zu schichten. Salzen, pfeffern, sowie mit Olivenöl und Balsamicoessig begießen und zum Abschluß noch mit frischen Basilikumblättern verschönern. Wie Ihr sicher wißt, ißt das Auge mit und bei dieser Antipasti hat es dazu beste Aussichten.

Als Getränk empfehle ich Euch denselben Wein zu nehmen, den Ihr schon zu Anteilen verkocht habt. Es eignet sich ein leichter Weißwein, z.B. ein Soave oder ein Pinot grigio.
 

dem Lutz sein Meinung

(lf) Um ein Haar wäre ich Rektor der Uni Karlsruhe geworden. Das war ganz knapp. Es war wieder so ein Tag, an dem die ganze Zeit das Telefon klingelt.

Erst die Freundin (Du hast dich schon seit gestern nicht mehr gemeldet!), dann die Mutter (Du hast dich schon seit Weihnachten nicht mehr gemeldet!), dann das Institut, bei dem ich Studienarbeit mache (Du hast dich schon seit 6 Semestern nicht mehr gemeldet!) - alles dasselbe überflüssige Blabla. Und mittendrin der Anruf aus dem Rektorat: Hi Lutz, hier ist der Sigi. Ich habe ein Problem, ich trete als Rektor zurück und werde Astronaut.

Ja, Astronaut wars, glaube ich, oder Cowboy. Irgendsowas. Auf jeden Fall hat der Sigi schlecht geträumt, dass ein Chemiker Rektor würde, und er sucht jetzt schnell jemand normales. Ich soll doch bitte schnell an die Uni kommen und den Arbeitsvertrag unterschreiben, der Kevin habe mich empfohlen. Ich wäre ja auch sofort los gefahren, wenn ich vorher nicht schon den Rudi auf dem Anrufbeantworter gehabt hätte: Ich soll doch mal zurückrufen, der Nowotny wär umgeknickt, und der Franz hätte ihn angerufen und gesagt, der Paul und der Günther wären beide der Meinung, er solle mich mit nach Japan nehmen, für die linke Seite.

Also sag ich dem Sigi, dass ich mich später melde, und rufe den Rudi an. Und während der mir dann knallhart eröffnet, tät ihm ja leid, aber er würde doch den Böhme zur WM mitnehmen, weil bei mir immer besetzt wäre, also während der Rudi sich windet, ist der Edmund auf der andern Leitung und sagt, ich solle in sein Kompetenzteam kommen, die Angela würde sich das wünschen. Ich soll Superminister für Kaltgetränke und Computerspiele werden, der Schäuble könne das nicht machen, wegen den Fußpedalen bei den Autorennspielen. Edmund, sag ich, geht nicht, ich muss Rektor werden, um die Uni vor den Chemikern zu schützen, aber der Edmund legt nochmal nach: Dann solle ich halt noch den Bildungssektor dazu übernehmen, da hätte er eh nur ne Frau bislang, und das sei ja unschön. Das habe ich dann eingesehen und dem Sigi abgesagt. Und keine zwei Stunden läuft dieser Counterstrike-Spieler in Erfurt mit ner Knarre in die Schule und der Edmund streicht die Computerspiele aus dem Kompetenzteam und mich gleich dazu. Keine Regierung, kein Rektorat, keine WM. So schnell kanns gehen.

Immerhin habe ich mittlerweile mal meine Mutter angerufen. Die meint, das wäre alles ganz gut so, wäre eh ein bisschen viel geworden, wenn ich demnächst die Moderation von Wetten, dass... übernehme. Man soll sich ja auch nicht zuviel zumuten ...


 

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  • Auflage -
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