Hitzeaktionsplan
Das Studierendenparlament spricht sich für die Einführung und aktive Umsetzung eines Hitzeaktionsplans am KIT für akute Hitzephasen aus. Dieser soll Informationsmaßnahmen zu hitzeangepasstem Verhalten auf dem Campus, das Bereitstellen von hitzeangepassten Lern- und Bildungsräumen beziehungsweise Befreiung von der Anwesenheitspflicht/Verlängerung von Abgabefristen bei unzureichenden räumlichen Gegebenheiten, sowie Unterstützungsangebote in extremen Hitzeperioden (Zugang zu Trinkwasser, (genderneutrale) öffentlichen Toiletten für alle Studierenden, Zugang zu Sonnenschutzmitteln, Beschattung von Aufenthaltsplätzen) beinhalten.
Weiterhin spricht sich das Studierendenparlament dafür aus, dass Hitzeschutz bei der blau-grünen Campusentwicklung priorisiert werden muss. Das Studierendenparlament beauftragt den Vorstand, sich dafür einzusetzen, dass die Umsetzung noch diesen Sommer mit effektiven Sofortmaßnahmen sichergestellt wird. Als Orientierung soll der schon bestehende Hitzeaktionsplan der Stadt Karlsruhe dienen.
Auszug aus dem Hitzeaktionsplan der Stadt Karlsruhe [1]:
"Karlsruhe ist durch die Lage am Oberrheingraben eine Großstadt mit besonders hoher Wärmebelastung. Verstärkt durch den Klimawandel werden Hitzewellen mit hohen Temperaturen am Tag und fehlender Abkühlung in der Nacht in den Sommermonaten in Zukunft häufiger auftreten und länger andauern. Die Zunahme von heißen Tagen, Tropennächten und Hitzeperioden stellt ein Gesundheitsrisiko für die Karlsruher Bevölkerung dar, insbesondere für die aufgrund eines oder mehrerer Risikofaktoren als besonders vulnerabel geltenden Bevölkerungsgruppen. [...]
Ziel eines Hitzeaktionsplans ist die Reduktion und im besten Fall Vermeidung von Hitzemortalität und Hitzemorbidität in einer akuten Hitzephase. Darüber hinaus soll ein HAP zum präventiven Schutz menschlicher Gesundheit durch Stärkung der Hitzekompetenz und zum Erhalt der Lebensqualität beitragen. Mit geeigneten Maßnahmen sollen Bedingungen geschaffen werden, unter denen für alle Bürger*innen auch bei hohen Temperaturen die Möglichkeit zu einem gesunden Leben gegeben ist. [...]
Nach der Definition des Deutschen Wetterdienstes (DWD) handelt es sich bei einer Hitzewelle um eine mehrtägige Periode mit ungewöhnlich hoher thermischer Belastung. [2] Nach dem Hitzewarnsystem des DWD wird eine Hitzewarnung dann herausgegeben, wenn die „Gefühlte Temperatur“ die Warnschwelle von 32 °C (Warnung vor starker Wärmebelastung inklusive geringer nächtliche Abkühlung) beziehungsweise 38 °C (Warnung vor extremer Wärmebelastung) überschreitet."
Wir befinden uns gerade in einer Woche, in der die Temperaturen konstant weit über 30 °C liegen und wir eine Tropennacht nach der anderen erleben. Arbeiten und Lernen sind unter diesen Bedingungen für Studierende im besten Fall anstrengend, im schlechtesten Fall gesundheitsgefährdent. Bei unzureichenden Hitzeanpassungsmaßnahmen und mangelnden Informationen zu hitzeangepasstem Verhalten riskieren wir also aktiv das gesundheitliche Wohl unserer Studierenden.
Hinzu kommt, dass auch Studierende als vulnerable Gruppe eingestuft werden können. Viele leben in prekären finanziellen Verhältnissen und in nicht hitzeangepassten Wohnsituationen, wodurch die individuellen Anpassungskapazitäten eingeschränkt sind.
Weiterhin führen Anwesenheitspflicht und Leistungsdruck dazu, dass Studierende wenig Handlungsspielraum in Bezug auf ihre Aufenthaltsorte auf dem Campus haben.
Lehrveranstaltungen sollten nur so stattfinden dürfen, dass Konzentrationsfähigkeit und gesundheitliche Sicherheit gewährleistet sind. Abgesehen davon bietet der Campus weiterhin zu wenige adäquat gekühlte Aufenthaltsräume und Schattenplätze.
Es ist ein gefährliches und schlicht peinliches Versäumnis als Hochschule, die Hitzebelastung in Städten und Klimaanpassungsmaßnahmen beforscht [3], kein entsprechendes großflächiges Maßnahmenprogramm für Studierende parat zu haben, und lediglich eine knappe Informationsseite zum "Arbeiten bei hochsommerlichen Temperaturen" vorzeigen zu können. [4]
[1] Hitzeaktionsplan der Stadt Karlsruhe https://www.karlsruhe.de/umwelt-klima/klimaschutz-
klimaanpassung/hitze-in-karlsruhe/hitzeaktionsplan
[2] https://www.dwd.de/DE/leistungen/hitzewarnung/hitzewarnung.html
[3] https://www.kit.edu/kit/pi_2025_058_ki-modell-macht-zukunftige-hitzebela...
https://www.kit.edu/kit/202408-hitze-in-karlsruhe.php
[4] https://www.kiss.kit.edu/117.php